Einleitung zum service-orientierten Unternehmen
Unternehmen stehen vor immer größeren Herausforderungen. Der Wettbewerbsdruck erhöht sich. Ursachen sind der Trend zur Internationalisierung, neue Marktteilnehmer sowie zunehmend austauschbare Leistungen. Kunden stellen hohe Anforderungen an Produkte und Dienstleistungen. Sie sind immer schneller bereit, ihren Anbieter zu wechseln. Rechtliche Vorgaben sind einzuhalten. Auch der technologische Fortschritt beeinflusst die Unternehmensentwicklung enorm.
Diesen Herausforderungen müssen sich Unternehmen stellen. Sie sind gezwungen, ihr Leistungsangebot zu erneuern, ihre Produktentwicklungszyklen zu verkürzen sowie Kosten zu senken. Dies gelingt jedoch nur, wenn sie zugleich ihre interne Komplexität beherrschen. Unternehmensgröße, Produktvielfalt, unklare Schnittstellen zwischen Abteilungen sowie komplizierte IT-Landschaften dürfen nicht zum selbst erschaffenen Hemmnis werden.
Ein vielversprechender Ansatz, um Unternehmen in eine bessere Position im Wettbewerb zu bringen, stellt das service-orientierte Unternehmen dar. Ein service-orientiertes Unternehmen (engl. SOE = Service Oriented Enterprise) ist eine Organisation, deren interner wie externer Leistungsaustausch in Form von Services verstanden und gestaltet wird. Services bilden die Wertschöpfungsbausteine eines Unternehmens. Dieser Ansatz fördert zugleich die Kunden- und Prozessorientierung sowie die interne Zusammenarbeit.
Die Modellierung und Gestaltung von Services mit AMADEE 3.0 erfolgt aus fachlicher Sicht. Als fachlich sind nicht nur operative und kundenbezogene Aufgaben innerhalb der Wertkette eines Unternehmens gekennzeichnet, sondern auch innerbetriebliche Unterstützungs- und Führungsaufgaben. Dieser Ansatz unterscheidet sich von Service-Orientierten Architekturen (SOA), bei denen technische Services zur Ausführung von Software im Vordergrund stehen. Auch wenn zahlreiche Parallelen in der Verwendung von Begriffen bestehen, so unterscheiden sich der SOA-Ansatz und das hier beschriebene Konzept vom service-orientierten Unternehmen beträchtlich. Letzteres ist umfassender und dient der Gestaltung des Geschäftsmodells eines Unternehmens.
Indem Sie Services als Wertschöpfungsbausteine Ihres Geschäfts verstehen, flexibilisieren Sie Ihr Prozessmanagement. Prozesse sind nicht mehr große, monolithische Gebilde, die nur unter hohem Aufwand analysiert und verbessert werden. Vielmehr setzt sich ein Geschäftsprozess modular aus mehreren Services zusammen. Sie können sowohl jeden Service einzeln betrachten und verbessern, als auch das Zusammenspiel von Services gestalten. Sind Services nach Ihren Vorstellungen optimiert, lassen Sie sich in Standards für andere Geschäftsbereiche überführen. Mit dieser Standardisierung wird die Wiederverwendbarkeit von Services und somit in der Regel die Senkung von Prozesskosten ermöglicht.



