Impliziter Service-Aufruf
Diese Service-Schwachstelle verstößt gemäß dem Service-Paradigma gegen die Regel 3. Sie weist folgende Merkmale auf:
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Potenziale
Durch Behebung dieser Schwachstelle wird die Erschließung der folgenden Potenziale erwartet (Potenzialanalyse):
Qualität: hoch
Im ungünstigsten Fall bleibt der Service bzw. die Aufgabe unbearbeitet.
Situationsspezifische Anforderungen an einen Service werden nicht berücksichtigt, da implizite Service-Aufrufe auf Gewohnheit oder generellen Vereinbarungen basieren. Unvollständige oder unklare Informationen können zur Abweichung von der gewünschten Qualität führen.
Zeit: mittel
Der Prozess verzögert sich um die Zeit bis zur Kenntnisnahme des Service-Bedarfs durch den Anbieter. Ein expliziter Service-Aufruf würde umgehend die Information liefern, dass ein Service zu erbringen ist.
Kosten: gering
Der Anbieter hat regelmäßig zu prüfen, ob ein Service geleistet werden muss. Diese Bereitschaft bzw. Suchaktivität kann zu einem Mehraufwand führen.
Beispiel
Die Projektmanagementrichtlinie eines Unternehmens sieht vor, dass am Ende eines Projektes eine Zusammenfassung von Erfolgs- und Misserfolgsfaktoren zu erstellen und in einer gemeinsamen Datenbank abzulegen ist. Der Service lautet "Projekt-Retrospektive erstellen". Allerdings gibt es keine Stelle im Unternehmen, die ausdrücklich diesen Service beauftragt. Der Projektleiter muss wissen, dass die Retrospektive zu erstellen ist. Kennt er die Richtlinie nicht, z.B. weil er als neuer Mitarbeiter noch nicht davon erfahren hat, wird diese Aufgabe nicht wahrgenommen. Andere zukünftige Projektleiter haben daher keinen Erfahrungsbericht, aus dem sie lernen könnten, um kritische Projektrisiken zu vermeiden. Auch bei Zeitmangel besteht die Gefahr, das die Retrospektive nicht oder nur oberflächlich angefertigt wird. Da der Projektleiter nicht direkt aufgefordert wurde, entscheidet er eigenmächtig über Umfang und Qualität der Projektnachbereitung. Der implizite Service-Aufruf kann in einen expliziten umgewandelt werden, indem bspw. zum Ende eines Projekts ein zentrales Projektmanagementbüro die Retrospektive mit festgelegten Inhalten einfordert.




