Nachteiliger Geschäftsobjektwechsel

Diese Prozess-Schwachstelle weist folgende Merkmale auf:

  • Bei Service-Aufrufen auftretend

  • Überführung eines Geschäftsobjekts in ein anderes und dadurch Veränderung der ursprünglichen Form von Informationen

  • Wechsel häufig als Zusammenlegung oder Trennung von Geschäftsobjekten

Potenziale

Durch Behebung dieser Schwachstelle wird die Erschließung der folgenden Potenziale erwartet (Potenzialanalyse):

Qualität: mittel

  • Durch den Wechsel des Geschäftsobjekts können Informationen verloren gehen oder "verwässern".

Zeit: mittel

  • Die Zusammenführung mehrerer, gleichartiger Service-Ergebnisse erzeugt häufig eine Stockung des Prozesses. Der Fortgang des Prozesses hängt von der Verfügbarkeit aller erforderlichen Services ab.

Kosten: mittel

  • Aus administrativen Gründen entstandene, zusätzliche Geschäftsobjekte erhöhen die Prozesskomplexität und erzeugen Mehraufwand in der Handhabung.

Beispiel

Ein Unternehmen hat zu einem Lieferanten ein enges Geschäftsverhältnis. Jeden Monat fallen mehrere hundert Zahlungstransaktionen an. Gelegentlich müssen Buchungen rückgängig gemacht oder Beträge korrigiert werden. Das Unternehmen sammelt alle Fehlbuchungen eines Monats und rechnet diese gegeneinander auf. Somit muss pro Monat nur eine Gesamtkorrekturzahlung ausgelöst werden. Die Aufstellung der Posten mit allen dazu gehörenden Belegen sendet das Unternehmen dem Lieferanten zu, damit er die Details nachvollziehen kann. In diesem Beispiel liegt ein Geschäftsbjektwechsel vor. Auf der einen Seite werden einzelne Transaktionen bzw. Buchungen durchgeführt. Auf der anderen Seite bildet die Gesamtkorrekturzahlung eine Zusammenfassung von mehreren Einzelkorrekturen. Das Mengenverhältnis (Kardinalität) ist n zu 1. Dieses Vorgehen hat zwei gravierende Nachteile. Erstens entstehen für die einzelnen Korrekturbuchungen zeitliche Verzögerungen, da die Gesamtzahlung erst zum Monatsende erfolgt. Zweitens ist die Nachvollziehbarkeit der Vorgänge erschwert. Das Problem wird dann besonders verstärkt, wenn einzelne Korrekturen wieder rückgängig gemacht oder erneut verändert werden müssen. Die Schwachstelle kann ausgeräumt werden, wenn sich jede Korrekturzahlung auf eine einzelne Zahlungstransaktion bezieht. In diesem Fall liegt dann eine 1-zu-1-Beziehung zwischen den Geschäftsobjekten vor. Nun erfolgen die Korrekturen ohne zeitlichen Verzug und sind leicht den Buchungsposten zuzuordnen.