Prozessbeispiel "Prozessstandards"

Aufgabe

Um sich weiter zu verbessern, plant die Platinum-Xtosa ein weltweites Standardisierungsprogramm. Es ist aber noch unklar, welche Prozesse vereinheitlicht werden sollen. Kevin Aventuro wird beauftragt, eine erste Voruntersuchung zu machen. Ergebnis soll eine Übersicht sein, welche Konzernteile Prozessstandards definieren dürfen und welche diese umzusetzen haben.

Lösung

Kevin überlegt, welche Themen sich für eine Prozessstandardisierung eignen. Er identifiziert zwei Bereiche:

  • Exzellenzprogramme: Die Platinum-Xtosa orientiert sich an internationalen Best Practices für das Projektmanagement, Qualitätsmanagement und das IT Service Management. Hier lohnt sich eine Vereinheitlichung, um konzernweit gute Prozesse umzusetzen.

  • Software-Nutzung: Um die Komplexität der IT in den Griff zu bekommen und Kosten zu senken, sollen die wichtigsten Geschäftsprozesse durch einheitliche, leistungsfähige IT-Systeme unterstützt werden. Dies gilt neben dem Personalmanagement und die Buchhaltung auch für die Produktion und Materialwirtschaft.

Aus diesem Bündel an Themen sucht sich Kevin zunächst drei Prozessbereiche aus: Produktion, Personal und IT. Die generellen Zusammenhänge der Prozessstandardisierung bildet Kevin in einem Szenario ab und stellt die Ergebnisse in einem Report "Globale Vorlagen-Landschaft" dar. Der Report zeigt, wo im Konzern Prozessvorlagen definiert werden und welche Konzernunternehmen sie einsetzen.

Standardisierung der Produktion

Die Produktion von Sensoren ist traditionell das Kerngeschäft der Platinum-Xtosa. Produktionsstätten sind in Schaffhausen, Graz und Pittsburgh. Da das Geschäft in der Schweiz schon auf langjährigen Erfahrungen basiert, besteht hier auch das größte Prozesswissen. Die Verfahren, die in Schaffhausen angewendet werden, dienen als Richtschnur für die beiden Standorte in Österreich und den Vereinigten Staaten. Nichtsdestotrotz behält sich die Zentrale in Zürich vor, generelle Richtlinien aufzustellen und Vorgaben zu machen.

Mit diesem Hintergrundwissen erfasst Kevin zunächst in ServiceMap-Vorlagen die Maßgaben der Platinum-Xtosa Zentrale zur Produktionsplanung und -steuerung. Der Standort Schaffhausen setzt diese Prozessvorlagen nicht nur in seinen ServiceMaps um, sondern steht mit der Zentrale in ständigem Austausch über die besten Produktionsprozesse. Die anderen beiden Standorte Graz und Pittsburgh übernehmen für die Produktion die Arbeitsweise von Schaffhausen. Dafür sind beide Länderstandorte mit einem regionalen Wissen ausgestattet, das bspw. beim Vertrieb zu sehr individuellen Prozessen führt.

Vereinheitlichung des Personalmanagements

Mit Einführung der neuen Software für das Personalmanagement wurden auch grundlegende Geschäftsprozesse vereinheitlicht. Die Platinum-Xtosa Zentrale führt nicht nur selbst die wichtigsten personalbezogenen Prozesse aus, sondern behält sich auch vor, konzernweite Standards zu setzen. Aus diesem Grund folgen alle Konzerntöchter der Praxis in der Zentrale.

Professionalisierung der IT-Prozesse

Mit der Orientierung am Defacto-Standard für das IT Service Management - ITIL - strebt die Platinum-Xtosa eine Verbesserung der Service-Qualität und der IT-Kosten an. Da die Platinum-Xtosa Systems GmbH schon seit Firmengründung im IT-Geschäft ist, hat sie mittlerweile einige ITIL-Prozesse umgesetzt. Durch die Mitgliedschaft in einer weltweiten ITIL-Organisation erhält die Systems auch immer wieder neue Informationen und Anregungen für Verbesserungen. Die Konzernzentrale beauftragt ihren IT-Spezialisten, ITIL Best Practices zu identifizieren und in Prozessstandards für den Konzern zu überführen. Dieser Auftrag ist aber zunächst auf die Dokumentation beschränkt. Die Zentral-IT selbst ist der größte Bereich im Konzern, der ITIL-Prozesse umsetzt. Hier werden letztlich auch die konzernspezifischen IT-Prozesse verabschiedet.

Mit diesem Wissen über die Zusammenhänge im Konzern baut Kevin nun das Modell auf. Er legt die entsprechenden Unternehmen an. Innerhalb der Unternehmen werden die Domänenstrukturen gebildet, wobei sowohl selbstgeführte als auch fremdgeführte und Vorlagendomänen definiert werden. Vorlagendomänen enthalten allein ServiceMap-Vorlagen. Beispiele sind die Produktionsplanung und -steuerung der Platinum-Xtosa sowie die ITIL-Referenzprozesse der Platinum-Xtosa Systems. Selbstgeführte Geschäftsdomänen befinden sich u.a. beim Produktionsstandort Schaffhausen für die Produktionsplanung und -steuerung sowie bei der Platinum-Xtosa für das Personalmanagement. Der Standort Graz wendet über fremdgeführte Domänen das komplette Paket an Prozessvorlagen an und hat damit in diesen Bereichen keinen nennenswerten Gestaltungsspielraum. Der Vorteil für Graz ist jedoch, dass er auf bewährtes Prozesswissen zurückgreifen kann und bestehende Praktiken einfach übernehmen kann.

In den Berichten zur Platinum-Xtosa und der Platinum-Xtosa Systems werden die Prozessabhängigkeiten zwischen den Konzernunternehmen deutlich.

Globale Vorlagen-Landschaft Platinum-Xtosa Systems

Globale Vorlagen-Landschaft Platinum-Xtosa

Globale Vorlagen-Landschaft Platinum-Xtosa Systems